Die AfD als Werkzeug der Herrschenden: Gestattet, geduldet, gesteuert

Das Ventilprinzip - Wie man Opposition einfängt und neutralisiert

Wer mit nüchternem Blick die letzten Jahre betrachtet, erkennt ein beunruhigendes Paradox: Eine Partei, die vorgibt, fundamentale Systemkritik zu üben, erhält ununterbrochen mediale Bühne, ist inzwischen in allen Parlamenten des Landes verankert und sammelt Millionen Stimmen, vermag jedoch – trotz dieser beachtlichen Wahlergebnisse – weder eine neue politische Generation geistig zu formen noch tragfähige Gegenstrukturen aufzubauen, die über das bloße Spiel im parlamentarischen Hamsterrade hinausreichen.

  Joachim Sondern

Dieses Mißverhältnis ist kein Zufall, sondern deutet auf eine klar berechnete Funktion hin: den aufgestauten Unmut des Volkes in kontrollierte Bahnen zu leiten, ihn scheinbar zu artikulieren, tatsächlich aber zu entschärfen. So wird die Wut kanalisiert, die Empörung verwaltet, der Widerstand gezähmt. Daß die AfD seit 2017 im Bundestag sitzt und flächendeckend in den Landtagen vertreten ist, ist Tatsache; doch Präsenz allein ist noch kein Beweis für echte Gegenmacht – vielmehr erschöpft sich die Partei im endlosen Ritual des Widerspruchs innerhalb jener Grenzen, die das System ihr selbst gezogen hat.

Historische Rückschau – Republikaner, DVU und NPD/Heimat

Ein kurzer Blick zurück zeigt, daß der Boden für die AfD nicht aus dem Nichts entstand, sondern von Parteien bereitet wurde, die im heutigen Diskurs fast ausgelöscht oder dämonisiert erscheinen. Die Republikaner unter Franz Schönhuber etwa verfügten in den späten achtziger Jahren über einen charismatischen Redner, der es verstand, Menschen aller Schichten anzusprechen – Arbeiter ebenso wie Akademiker. Bei der Europawahl 1989 gelang der Einzug mit 7,1 Prozent ins Straßburger Parlament, und ein Jahr später verfehlten die Republikaner mit 2,1 Prozent deutlich den Einzug in den Deutschen Bundestag. Damals war es möglich, daß eine wahrhaft rechte Kraft parlamentarisch Fuß faßte. Doch parteiinterne Streitigkeiten und Schönhubers zunehmender Größenwahn ließen das Projekt erodieren. Als Schönhuber zurücktrat, übernahm Dr. Rolf Schlierer, der sich weniger um den bundesweiten Aufbruch als um sein Landtagsmandat in Baden-Württemberg kümmerte. Seine Amtszeit war geprägt von Passivität, Distanzierungen sowie grotesken Annäherungsversuchen an die CDU. So verlor die Partei ihren nationalistischen Charakter und sank zur Ansammlung von Mandatsträgern herab, die lieber um ihre Kreistage kämpften als um eine gesamtdeutsche Vision. Was als Bewegung begann, verendete im Egoismus.

Die DVU unter Gerhard Frey war in den 1990er Jahren eine eigentümliche Erscheinung. Frey, Verleger der National-Zeitung, lenkte die Partei autoritär und verstand es, sie finanziell stark abzusichern. In Brandenburg gelang der DVU 1999 der Einzug in den Landtag mit 5,3 Prozent, und auch in anderen Bundesländern erzielte sie Achtungserfolge. Doch sie blieb eine „Chefpartei“, von Freys Gnaden abhängig, ohne echte Basisarbeit, ohne die Fähigkeit, dauerhaft Strukturen zu schaffen. Gleichwohl war die DVU ein Ventil für viele Unzufriedene, die in den Blockparteien keine Heimat fanden. Sie war der Beweis, daß nationale Kräfte mobilisierbar sind, wenn man ihnen nur Ressourcen zur Verfügung stellt – doch ohne echte Ideale, ohne Struktur blieb es ein Strohfeuer.

Die NPD wiederum war – allen Skandalen und dem Makel der von außen zugeschriebenen Skinhead-Szene zum Trotz – die Partei, die in den 2000er Jahren am ehesten eine geschlossene Linie umsetzte. In Sachsen zog sie 2004 mit 9,2 Prozent und 2009 mit 5,6 Prozent in den Landtag ein, in Mecklenburg-Vorpommern 2006 mit 7,3 Prozent. Während die Republikaner zerfielen und die DVU an Freys Egoismus kränkelte, baute die NPD regionale Strukturen auf, betrieb Jugendarbeit, veranstaltete Aufmärsche und verband parlamentarische mit außerparlamentarischer Opposition. Auch wenn das Bild nach außen durch Gestalten im Bomberjackenmilieu verdunkelt war, so darf man nicht verkennen, daß hier ernsthafter organisatorischer Aufbau betrieben wurde. Vieles machten die NPD-Kader besser als die Republikaner, weil sie das Politische mit dem Vorpolitischen verbanden – Volksfeste, Schulungen, Aufmärsche, Parteischulen. Sie verstanden, daß Opposition nicht nur im Plenarsaal, sondern auch auf der Straße und in den Köpfen wachsen muß.

Damit zeigt die historische Rückschau zweierlei: Zum einen, daß es in der BRD bereits mehrfach reale Chancen gab, nationale Parteien in den Bundestag zu führen – Chancen, die durch Unterwanderung sowie staatlichen Repressalien zerstört wurden sowie teilweise natürlich auch durch die eigene Unfähigkeit, die nationalen Kräfte zu vereinen. Zum andern, daß die AfD in vielem eine indirekte Erbin dieser Versuche ist – insbesondere der Republikaner, die programmatisch als auch rhetorisch bereits vorwegnahmen, was die AfD später wieder aufgriff. Doch im Gegensatz zu ihren Wegbereitern will die AfD mit dieser Tradition nichts zu tun haben. Sie sondert sich ab, diffamiert jene Vorgeschichte und erklärt sich selbst zur „bürgerlichen Alternative“. Tatsächlich steht sie auf dem Fundament, das Republikaner, DVU und NPD gelegt haben – jedoch entkernt, gezähmt und in den Grenzen, die das System zuläßt.

Einseitigkeit – Anti-Islam, Pro-Israel

Besonders ins Auge fällt die Einseitigkeit, mit der die AfD ihre Schärfe verteilt. Mit markigen Tönen brandmarkt sie den Islam als „große Gefahr“ für das Gemeinwesen, fordert Verbote von Minaretten, Kopftüchern und Vollverschleierung, erklärt den politischen Islam zum Feindbild. Doch während sie innenpolitisch den starken Mann spielt, zeigt sie außenpolitisch Unterwürfigkeit. Immer wieder betont die Parteispitze ihre Treue zu Israel – weit über das hinaus, was selbst das BRD-Establishment verlangt. Alexander Gauland sprach im Bundestag offen davon, die deutsche Staatsräson beinhalte im Ernstfalle die Pflicht, an Israels Seite zu kämpfen und zu sterben. Das ist kein Ausrutscher, sondern offenbart die rote Linie: Wer wagt, den Dogmen der BRD-Außenpolitik zu widersprechen, wer Israels Sonderstellung grundlegend in Frage stellt, überschreitet die Grenze, die nicht überschritten werden darf.

Die AfD ging gar so weit, innerhalb ihrer eigenen Strukturen einen „Jüdischen Bundesverband in der AfD“ zu gründen – ein Novum in der Geschichte rechter Parteien in Deutschland. Offiziell dient dieser Verband dazu, „jüdisches Leben zu schützen“ und „Brücken zu bauen“. In Wahrheit ist er ein weiterer Baustein in der Strategie, die eigene Israelhörigkeit zu zementieren, jede Kritik an zionistischer Politik im Keime zu ersticken und sich gegenüber dem System als „verantwortungsbewußt“ und „anschlußfähig“ darzustellen. Wer derart offen die Ideologie des BRD-Establishments in die eigene Parteistruktur integriert, zeigt, daß er nicht vorhat, die Tabus zu brechen, sondern sich ihnen unterwirft – freiwillig und proaktiv.

Damit ist klar: Die AfD bleibt systemkonform. Sie geißelt Symptome, wagt aber nicht den Bruch. Selbst jetzt, wo der Internationale Gerichtshof in Den Haag ganz klar die Verbrechen Israels beim Namen nennt, bleibt die Partei treu in der Spur, druckst herum, kritisiert allenfalls in Nebensätzen – und das auch nur, wenn die Stimmung es gebietet. Eine wirkliche Opposition müßte die Scheinheiligkeit der BRD-Außenpolitik anprangern, die Waffenlieferungen an Israel, das Schweigen über Gaza, die Heuchelei der Menschenrechtsrhetorik. Doch die AfD schweigt oder bekräftigt Treue.

Gerade im Rückblick zeigt sich die Funktion dieser Partei noch deutlicher. Als die NPD Anfang der 2010er Jahre nach Jahrzehnten der Beobachtung und Unterwanderung durch V-Leute mit Holger Apfel den letzten der faulen „Äpfel“ aus den eigenen Reihen entfernte, hätte sie mit ihrer Erfahrung, mit ihren gewachsenen Strukturen und mit ihrem klaren Kurs durchaus weitere Erfolge erringen können. Nach Sachsen sowie Mecklenburg-Vorpommern hätten weitere Landtagserfolge erzielt werden können. Das System aber reagierte panisch – und wie aus dem Nichts erschien die AfD. Eine bürgerlich verpackte, systemverträgliche Alternative, die das nationale Potential einsammeln sollte, bevor es in der NPD eine neue Wucht entfachen konnte. Im Jahr 2013 gegründet, konnte die AfD im Jahr 2014 sofort mit 9,7 Prozent in Sachsen einziehen, die NPD hingegen war mit 4,9 Prozent draußen. Mit der AfD war die Lösung gefunden: Eine Partei, die das Vokabular des Widerstandes imitiert, die Wut kanalisiert, aber gleichzeitig Israel Treue schwört, die BRD-Strukturen bestätigt und sich nie aus dem Rahmen löst.

So offenbart die Einseitigkeit gegenüber Islam und Israel das wahre Wesen der AfD: Innenpolitisch Schreihals, außenpolitisch Bückling; gegen die Schwachen mit markigen Worten, gegenüber den Herrschenden voller Loyalität. Ein Ventil, aber niemals ein Schwert.

Fehlende Schulung – Form ohne Seele

Eine Bewegung, die den Anspruch erhebt, das Land geistig zu erneuern, müßte mehr leisten als bloß markige Reden im Plenarsaal. Sie müßte ihre Mitglieder formen, sie zu Kämpfern und Trägern einer neuen Ordnung erziehen. Notwendig wären Kaderschmieden, Schulungszentren, Bildungsstätten, in denen nicht nur Zahlen und Paragraphen gelernt werden, sondern Weltanschauung, Geschichte, Kampfgeist. Ebenso unverzichtbar wäre der Aufbau vorpolitischer Räume: Kulturhäuser, Vereine, Gemeinschaften, die Menschen zusammenführen, unabhängig von Wahlterminen und Medienbühnen. Dort wächst wahre Kraft – in der alltäglichen Verbundenheit, in Treue, in Opferbereitschaft für die Gemeinschaft.

Doch bei der AfD herrscht Leere. Anstelle von Volksgemeinschaft bietet sie Social-Media-Clips. Anstelle von Kameradschaft ein ständiges Zählen von Klicks und Reichweiten. Der Ausschuß ersetzt die Feuerstelle, der Algorithmus ersetzt das Gespräch am Tisch, die Empörung im Netz ersetzt den Schulterschluß in der Straße. Gewiß, die Desiderius-Erasmus-Stiftung wird oft als „Parteischule“ genannt – doch sie ist kümmerlich, halbherzig, ohne Strahlkraft. Kein junger Mensch wird dort in eine neue Generation hineingeführt, keine Saat gelegt für eine Bewegung, die den Namen verdient.

So bleibt eine leere Hülle: viel Bühne, wenig Bindung; viel Auftrieb, wenig Aufbau. Eine Bewegung ohne Schulung, ohne Volksgemeinschaft, ohne eigene kulturelle Räume bleibt letztlich eine Partei wie jede andere – ein Apparat, der Stimmen einsammelt, aber keine Menschen formt. Wer jedoch wahrhaft erneuern will, muß eine geistige Heimat bieten, muß dem Einzelnen Halt, Liebe und Richtung geben, muß jene Kraft des Zusammenhaltes wecken, die aus dem Volk eine Gemeinschaft macht. Genau das aber verweigert die AfD – und zeigt damit, daß sie nicht an Erneuerung, sondern an Verwaltung interessiert ist.

Selbstbereicherung und leere Straßen

Und jene Herren, die tagtäglich vom „Verarmen des deutschen Volkes“ reden, haben sich insgeheim die Taschen gefüllt. Die Parteiführer Weidel und Chrupalla – die vermeintlichen Vorkämpfer der kleinen Leute – verdoppelten kurzerhand ihre monatlichen Funktionszulagen. Bisher waren es rund sechstausend Euro, nun zwölf; zu den ohnehin üppigen Diäten summiert sich das Ganze auf etwa vierundzwanzigtausend Euro im Monat. Eine Schande sondergleichen, daß ausgerechnet jene, die den sozialen Abstieg des Volkes anklagen, sich schamlos bereichern, als ginge es nicht um Dienst am Gemeinwesen, sondern um Selbstversorgung und Futtertröge.

Noch dreister wirkt dies, wenn man die gähnende Leere auf der Straße betrachtet. Einmal im Jahre eine „Werbedemo“ – das soll Opposition sein? Ich selbst war in den neunziger Jahren Mitglied im Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe der Republikaner; wir standen Sonnabend für Sonnabend (über Jahre hinweg) mit Infoständen in den Innenstädten, führten Gespräche, hörten Sorgen, boten Aufklärung. Wir waren Ansprechpartner für die Menschen, auch jenseits von Wahlkämpfen, und wir nahmen ihre Nöte direkt mit in die politische Arbeit, waren da für ihre Alltagssorgen. So sah Kampf um die Köpfe aus – im direkten Kontakt, im ehrlichen Gespräch. Opposition war damals nicht Pose, sondern gelebter Auftrag.

Ein volksnaher Politiker hat nicht in klimatisierten Büros zu verharren oder sich auf Talkshow-Sesseln zu spreizen; er muß hinausgehen in jene Regionen, wo die Armut haust, muß die Gesichter der Verzweifelten sehen, die Sprache des Alltags hören, den Pulsschlag des Volkes fühlen und daraus Kraft für seine Arbeit schöpfen. Wer ernsthaft Widerstand leisten will, darf sich nicht damit herausreden, alle Parteien stünden gegen ihn; er muß genau daraus die Legitimation ziehen, den Druck zu erhöhen. Und dieser Druck wächst nicht in Parlamentsreden, sondern auf der Straße: durch fortlaufende Veranstaltungen, durch Kundgebungen in allen Städten, durch Demonstrationen Woche für Woche, bis ein neues System möglich wird.

Das ist Opposition! Alles andere ist Simulation, ein Ventil für die Unzufriedenheit, Beschäftigungstherapie im Dienste des Systems. Eine Bewegung, die das Volk nicht dort aufsucht, wo es lebt, arbeitet und leidet, ist keine Bewegung, sondern ein Schatten ihrer selbst.

Das Drehbuch der Inszenierung – Vom liberalen Anstrich zum vermeintlichen Rechtskurs

Die AfD möchte ja als Partei auch gar keine starke Bewegung sein. Wer die Geschichte der AfD von ihrer Gründung an betrachtet, erkennt ein klares Muster – ein Drehbuch, das nicht dem Zufall geschuldet sein kann. Entstanden ist die Partei 2013 als eher liberales Sammelbecken, gegründet von Professoren, die gegen den Euro wetterten, aber ansonsten in bravem Systemdenken verharrten. Bernd Lucke war das Gesicht dieser ersten Phase: bürgerlich, liberal, brav angepasst, ohne jede wirkliche Gefahr für das Establishment. Als er weichen mußte, tat er dies inszeniert als „Bauernopfer“, so daß man der Partei eine erste Häutung verpassen konnte.

Es folgte Frauke Petry, die den Ton schärfte, das Auftreten verschärfte, die Richtung nach rechts öffnete. Sie stand für den „Aufbruch“ in eine härtere Linie, doch auch sie war nur Übergangsfigur im großen Stück. Als sie nach parteiinternem Streit ging, wirkte es, als habe die AfD ihre „zweite Häutung“ vollzogen: nun war der liberale Flügel draußen, der gemäßigt nationale Teil schwächer, und die Partei konnte sich wieder etwas weiter nach rechts bewegen, um mehr Protestwähler einzusammeln.

Jörg Meuthen schließlich, der als Parteivorsitzender selbst mit scharfen Worten gegen den angeblichen „Flügel“ agierte, ging in einer lautstarken, aber letztlich folgenlosen Inszenierung. Sein Abgang – ein weiterer Akt im Theater – vermittelte erneut den Eindruck, die AfD habe nun das „letzte Hindernis“ aus dem Weg geräumt, um endlich klar „rechts“ zu sein. Mit jeder dieser Stufen wirkte es nach außen, als hätte die Partei die störenden V-Leute abgestoßen, als sei sie gereinigt und nun bereit, einen harten Kurs einzuschlagen.

Doch in Wahrheit ist dies die größte Täuschung. Denn was wie eine Radikalisierung aussieht, ist in Wahrheit das kluge Spielen mit der Hoffnung derer, die den Glauben an Deutschland noch nicht verloren haben, denen aber die alte Rechte – NPD, DVU, Republikaner – zu hart oder zu „belastet“ erscheint. So lockte man diese Menschen hinein in eine Partei, die scheinbar für das Vaterland kämpft, tatsächlich aber im System verwurzelt bleibt und die roten Linien nie überschreitet.

Das Muster ist durchschaubar: Schritt für Schritt wurde ein Bauernopfer nach dem anderen gebracht, jedes Mal begleitet von großem Medienrummel, jedes Mal gefolgt von einem neuen Schub an Wählern, die dachten, nun sei die AfD endlich die wahre Opposition. Doch der harte Kern blieb stets unberührt – jene Bindung an die BRD, an das Grundgesetz, an Israel, an das System der Fremdherrschaft. Alles andere war Staffage, Theater, Maskenspiel.

Parlamentarische Bilanz – Reichweite ohne Gegenmacht

Die parlamentarische Bilanz der AfD bestätigt in aller Schärfe, was sich bereits in ihrem Auftreten zeigt: Sie ist ein Apparat ohne Seele, eine Bewegung ohne Fundament. Seit Jahren im Bundestag und in allen Landtagen vertreten, hat sie es nicht vermocht, dauerhafte Strukturen zu schaffen, die über Anträge, Reden und Untersuchungsausschüsse hinausreichen. Keine Volksbewegung wurde geboren, keine Gemeinschaft gegründet, die jenseits von Wahlabenden Bestand hätte. Stattdessen erschöpft sich alles im ritualisierten Geschäft der Parlamente. Dort werden Anträge gestellt, von den Blockparteien abgelehnt, man empört sich, man beklagt, man sammelt Zitate für den nächsten Social-Media-Clip – doch das System bleibt unberührt.

Studien zum Abstimmungsverhalten belegen, daß die AfD-Fraktion sich im Alltagsbetrieb oft kaum von den übrigen Parteien unterscheidet. Man beteiligt sich am parlamentarischen Ritual, erfüllt die Formalitäten, greift gelegentlich scharf ins Mikrophon – und bestätigt durch eben dieses Mitspielen den Rahmen, den man angeblich bekämpfen will. Was als Widerstand erscheinen soll, ist im Grunde nichts anderes als das Einfügen in jene Ordnung, die man zu stürzen vorgibt.

Die hohe Sichtbarkeit, die man in TV-Runden, in Talkshows, in den sozialen Netzwerken genießt, wirkt auf den ersten Blick wie Stärke, entpuppt sich jedoch als doppelte Falle. Sie erhöht zwar Reichweite, bindet jedoch den gesamten Diskurs an die Regie des Systems. Denn wer seine Politik im Talkshowstudio und im Algorithmus betreibt, ist stets von den Türen der Sender und den Launen der Plattformen abhängig. Empörung wird nicht in Handlung verwandelt, sondern kanalisiert, verwaltet, zur Schau gestellt – bis sie im nächsten Aufreger verpufft.

So steht die AfD trotz aller parlamentarischen Präsenz ohne jede Gegenmacht da. Sie hat es nicht vermocht, das Volk zu einer Bewegung zu formen, die unabhängig von Mandaten wirkt. Kein Streik, keine dauerhafte Versammlung, keine selbsttragende Organisation außerhalb der Parlamente – nichts, was den Mächtigen auch nur eine Stunde schlaflos machen würde. Die AfD ist im Apparat angekommen und trägt so durch ihre bloße Existenz dazu bei, das Spiel am Laufen zu halten: Opposition im Worte, Einbindung in der Tat.

Die BRD-Rhetorik – AfD als Hüter des Provisoriums

Ein weiterer Beweis für die systemische Funktion der AfD ist ihre ständige Beschwörung von „Rechtsstaat“ und „Grundgesetz“. Sie tut so, als sei die BRD ein vollgültiger Staat, als sei das Grundgesetz eine vom Volke erarbeitete Verfassung – obgleich jeder, der die Geschichte ehrlich betrachtet, weiß: Es war das Werk der Siegermächte, 1949 als Provisorium geschaffen, ohne Volksabstimmung, ohne verfassungsgebende Nationalversammlung, ohne jede echte Legitimation durch das deutsche Volk. Wer von „Verteidigung des Grundgesetzes“ spricht, verteidigt nicht die Freiheit, sondern die Ketten, die uns angelegt wurden.

Hinzu kommt: Das Grundgesetz wird seit Jahrzehnten fortlaufend gebrochen und mit Füßen getreten. Die Masseneinwanderung 2015 geschah in offenem Widerspruch zu den eigenen Artikeln, das Euro-Diktat höhlte das Souveränitätsgebot aus, die Corona-Diktatur suspendierte Grundrechte nach Belieben. Wer das Wort „Rechtsstaat“ ernst nimmt, müßte längst sagen, daß kein Rechtsstaat mehr existiert – sondern eine Parteiendiktatur, die Recht nach Gunst und politischem Bedarf biegt. Doch die AfD hält am Mythos fest, als sei das Grundgesetz ein heiliger Kodex, den man nur wieder „zur Geltung bringen“ müsse.

In den Ausschüssen, in den Reden, in den Programmen – immer dieselben Schlagworte: Rechtsstaat, Demokratie, Grundgesetz. Als würde das stete Wiederholen eines morschen Fundamentes plötzlich dessen Festigkeit beweisen. Damit zeigt die AfD: Sie will nicht hinaus aus der Zwangsjacke der BRD, sie will nur die Schnüre etwas lockern, damit das Sitzen bequemer wird. Aber Befreiung bedeutet etwas anderes: das Provisorium zu durchschauen, die Fesseln der Fremdherrschaft zu sprengen und den Mut zu haben, eine wahre Verfassung zu fordern – eine, die vom Volke selbst beschlossen und getragen wird.

Alles andere ist Lüge, Selbstbetrug und Systempflege. Wer die BRD als Endzustand akzeptiert, dient nicht der Freiheit, sondern verlängert die Fremdherrschaft. Die AfD ist damit nicht Aufbruch, sondern Verwalterin des Provisoriums – und genau das ist ihre eigentliche Funktion im Spiel des Systems.

Die AfD als Wächter der BRD-Zwangsjacke

Das System benötigt kontrollierte Abflußkanäle für legitimen Zorn. Es schafft – oder duldet – Parteien, die laut widersprechen, ohne an den Grundfesten zu rütteln. Die AfD erfüllt diese Rolle ideal: Sie liefert starke Worte zu Migration, Verbrechen, Gender, Energie; sie umschifft jedoch die Tiefenbohrungen – Schuldkomplex als Staatsdoktrin, transatlantische Bindungen, NATO-Dogmen, Zentralbank- und Geldordnung. An diesen Punkten wäre echter Bruch notwendig; stattdessen herrscht Schweigen, Verdünnung oder das bekannte „so nicht, aber grundsätzlich ja“.

Wer die AfD als Befreiungsvehikel betrachtet, verkennt ihre systemische Einbindung. Daß sie den Unmut der Bürger einsammelt, steht außer Frage; daß sie ihn in echte Gegenmacht verwandelt, ist nirgends greifbar. Die Mischung aus medialer Dauerpräsenz, parlamentarischer Routine, einseitiger inhaltlicher Schärfe gegen den Islam bei gleichzeitiger Bindung an die israelische Staatsräson, fehlender Kaderschulung, Selbstbereicherung und leere Straßen spricht weniger für eine revolutionäre Partei als für ein politisches Ventil. Wer Befreiung will, braucht Geist statt Quote, Schulung statt Schlagwort, Aufbau statt Aufruhr-Ritual – kurz: eine Ordnung der inneren Stärke, die außerhalb des Studiolichtes Bestand hat.

Hierbei darf eines nicht vergessen werden: Die NPD wurde von vielen unterschätzt, doch sie hat in entscheidenden Momenten das wahre Gesicht der Scheindemokratie entlarvt. Als ihre Abgeordneten im sächsischen Landtag bei Abstimmungen den Saal verließen, galt dies im Medienrausch als „Skandal“. In Wahrheit war es ein kluger strategischer Schachzug: Denn wer sich verweigert, deckt auf, daß die vermeintliche „Demokratie“ nichts anderes ist als ein Zwangskartell, in welchem nationale Kräfte keine Stimme haben. Und wer hat mit dieser antidemokratischen Haltung begonnen? Nicht die NPD, sondern die Systemparteien selbst, die seit Jahrzehnten jeden nationalen Antrag pauschal niederschmettern, selbst wenn er sachlich sinnvoll war. Dieses ständige Blockieren offenbarte die eigentliche Undemokratie des Systems – die NPD hielt den dem Establishment nur den Spiegel vor Augen.

Nach der personellen Umstrukturierung – als die alten V-Leute entfernt, Strukturen gestärkt und Inhalte klarer wurden – wäre die NPD, heute Die Heimat, mit Sicherheit längst im Bundestag vertreten. Genau in dieser Phase, da das System fürchten mußte, daß eine geläuterte nationale Partei mit Erfahrung sowie Strukturen erneut aufsteigt, erschien wie bestellt die AfD. Sie übernahm das Vokabular, das Potential, die Hoffnung – und lenkte all dies in ungefährliche Bahnen.

So zeigt das Ende des Bildes dasselbe Muster wie der Anfang: Immer dann, wenn eine echte Kraft im Entstehen ist, wird eine kontrollierte Alternative geschaffen, die das Volk einfängt und lähmt. Wer also wirklich Befreiung will, muß den Mut haben, Tabus zu brechen, das System zu entlarven, die Geschichte aufzurollen und die Fesseln der BRD abzuwerfen. Alles andere ist Täuschung, ist Fortsetzung der Fremdherrschaft mit anderen Farben. Die AfD ist ein Ventil – sie steht nicht für wahre Befreiung.

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Heimatliebender Aktivist, Medienmacher und Politiker! Ein Zitat von Ernst Jünger wurde zum inneren Begleiter: "Zeige mir den Markt der Stadt und ich sage dir, ob dein Volk noch lebendig ist." Friedrich Nietzsche formulierte einst treffend: "Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst: entweder du kommst schon heute weiter hinauf oder du übst deine Kräfte, um morgen höher steigen zu können." Ich habe mich für den Weg der Wahrheit entschieden - aus Liebe zum Eigenen!

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