Die gezähmte Masse und das vergessene Feuer: Rebellion statt Gehorsam

Zwischen Bürokratie, Angst und Selbstverrat

Einen jeden Tag leben wir – wenngleich wir in Wahrheit die Träger, die Macher dieses Systems sind – im Zwang. Fortlaufend werden Existenzängste geschürt. Fortlaufend droht das System mit Sanktionen, sobald man seine Gebühren nicht zahlt, seine Bürokratie ablehnt oder sinnentleerte Gesetze nicht befolgt. Jene Zwangsbürokratie hat die deutsche wie auch die europäische Seele bis ins Mark ausgehöhlt.

  Joachim Sondern

Lange glaubten die Menschen, es müße so sein, daß man in einer vermeintlich fortschreitenden Zivilisation immer stärker verwaltet werde; man redete sich ein, dies mache das Leben leichter. Verantwortung konnte abgegeben, Schuld delegiert, Gewissen ausgelagert werden. Man habe ja nur gehorcht. Doch genau hierin liegt der eigentliche Verrat. Denn wer seine Verantwortung abtritt, überläßt nicht nur Entscheidungen, sondern sein Menschsein selbst. Die Masse, die sich im Gehorsam einrichtet, wird infolgedessen zur Hauptverantwortlichen.

Ein Leben ohne Verantwortung, ohne eigene Vision, ohne selbst erschaffene Ziele ist kein wahrhaftiges Leben – es gleicht vielmehr einem langsamen Dahinvegetieren. Mitunter ist dies kaum verwunderlich, denn die Zivilisation des „immer mehr haben Wollens von allen“ hat den Menschen auf ganzer Linie betrogen. Sie versprach Sicherheit, Wohlstand, Bequemlichkeit, aber hinterließ einzig innere Leere. Heute sehnt sich der Mensch paradoxerweise nach eben diesem Selbstbetrug. Er verlangt nach mehr davon, immer mehr, wie ein Süchtiger nach dem nächsten Rausch.

Doch wo ist sie geblieben, die deutsche Seele, einst stark, naturverbunden, schöpferisch, lebendig? Wo ist das innere Feuer, das aus Verwurzelung Kraft zog, aus Gemeinschaft Sinn, aus Verantwortung Tatkraft erblühen ließ? Wenn selbst heimatliebende Aktivisten keine Euphorie mehr empfinden, dann wurde etwas Fundamentales ausgelöscht: die Liebe zum Eigenen, das Vertrauen in sich selbst – nicht als Individuum allein, sondern als Volksgemeinschaft.

Ein System zu verändern, so lehrt uns jede wahre Umwälzung der Geschichte, geschieht nicht durch Bitten, nicht durch Anträge, nicht durch das Warten auf Erlaubnis. Es kann über Nacht fallen, wenn man nicht mehr fragt, wenn man nicht mehr stehenbleibt, wenn man aufhört, seine Regeln als Notwendigkeit hinzunehmen. Denn wir sind das System. Es existiert nur, so lange wir es täglich durch Gehorsam, Angst sowie innerer Kapitulation nähren.

Nur einen kleinen Haken hat diese Erkenntnis: Man muß das Unmögliche wieder für möglich halten. Man muß den Mut besitzen, die eigene Kinderseele sprechen zu lassen – jene Seele, die noch wußte, daß Autorität nicht heilig, daß Ordnung kein Selbstzweck, daß Leben mehr ist als Funktionieren. Revolution beginnt nicht im Außen, sondern im inneren Aufstand gegen die eigene Anpassung.

Wo ist der wahre Drang zur Erneuerung? Wo ist die Bereitschaft, alles zu riskieren, statt langsam alles zu verlieren? Nicht die laute, sinnfreie Empörung trägt die Revolution, sondern der stille Entschluß, sich selbst nicht länger zu verraten. Wer nichts mehr zu verlieren glaubt, hat meist schon verloren; wer jedoch den Mut findet, für etwas zu stehen, selbst ohne Garantie auf Sieg, der hat bereits begonnen, frei zu sein.

Revolution ist kein Ereignis, sie ist ein Charakterzug.

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Heimatliebender Aktivist, Medienmacher und Politiker! Ein Zitat von Ernst Jünger wurde zum inneren Begleiter: "Zeige mir den Markt der Stadt und ich sage dir, ob dein Volk noch lebendig ist." Friedrich Nietzsche formulierte einst treffend: "Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst: entweder du kommst schon heute weiter hinauf oder du übst deine Kräfte, um morgen höher steigen zu können." Ich habe mich für den Weg der Wahrheit entschieden - aus Liebe zum Eigenen!

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