Pornographie statt Vaterland: Sexualisierung als Waffe gegen den Fortbestand

Lust ohne Liebe – Der stille Krieg gegen Zeugung, Treue und Zukunft

Es gibt Entwicklungen, die nicht durch Verbote kommen, sondern durch Gewöhnung; nicht durch Zwang, sondern durch Reiz. Die allgegenwärtige Sexualisierung unserer Zeit ist eine solche Macht. Sie tritt nicht als Feind auf, sondern als Versprechen: schnelle Befriedigung, ständige Verfügbarkeit, vermeintliche Freiheit. Doch ihr Ergebnis ist kein freier Mensch, sondern ein erschöpfter. Kein schöpferischer Geist, sondern ein getriebener. Kein aufgerichtetes Volk, sondern eine müde, identitätslose Masse.

  Joachim Sondern

Der Mann, der sich fortlaufend stimuliert, verliert nicht bloß Zeit; er verliert innere Spannung, jene Verdichtung des Wesens, aus der Kraft, Richtung sowie Standhaftigkeit erwachsen. Pornographischer Konsum sowie dauernde Selbstbefriedigung wirken nicht befreiend, sondern betäubend. Sie zerstreuen das, was gesammelt werden müßte. Die männliche Energie, ursprünglich auf Überwindung, Aufbau, Schutz und Verantwortung ausgerichtet, wird in einem endlosen Kreislauf des körperlichen Selbstbetrugs entleert, ohne je zur Reife zu gelangen. Der Kämpferinstinkt – jener archetypische Impuls, Widerstände zu suchen, Lasten zu tragen, Sinn zu erringen – wird nicht offensichtlich zerstört, sondern konspirativ sediert; eingeschläfert unter der Decke des Wohlgefühls. Was bleibt, ist Müdigkeit ohne Arbeit, Erschöpfung ohne Werk, Sättigung ohne Erfüllung. Ein stumpfes Behagen ersetzt Zielstrebigkeit; der schnelle Reiz verdrängt die lange Anstrengung; die jederzeit verfügbare Lust erstickt die schöpferische Sehnsucht. Wo früher innere Spannung zur Tat drängte, herrscht heute ein leerer Gleichklang aus Reiz, Entladung und erneuter Leere. Das Schöpferische versiegt nicht, weil es dem Manne fehlte, sondern weil seine Kraft fortlaufend unsinnig vergeudet wird, statt sich innerlich zu sammeln, zu formen und in die Welt hinein wirksam zu werden.

Diese Entkernung bleibt nicht auf den Mann beschränkt; sie greift über, wirkt fort, formt auch die Frau – leiser vielleicht, doch ebenso zerstörend. In einer Welt, in der der Blick unablässig auf Äußerlichkeiten gelenkt wird, verlernt die Seele das Tiefe. Der eigene Leib wird nicht mehr als Gabe erfahren, sondern als fortlaufendes Projekt, als Vergleichsobjekt, als Ware im Wettbewerb der Bilder. Was einst als natürliche Weiblichkeit lebte – Würde, Anziehung, Hingabefähigkeit, schöpferische Sanftheit bei innerer Stärke – wird zerlegt in Meßwerte, Formen, Oberflächen. Die Frau wird nicht befreit, sondern permanent bewertet, und infolgedessen beginnt sie, sich selbst aus der Distanz zu betrachten. Daraus erwächst keine Selbstachtung, sondern Rastlosigkeit; keine Reife, sondern eine psychische Verflachung, in der Tiefe durch belanglose Aufmerksamkeit ersetzt wird. Gefühle werden kürzer, Beziehungen austauschbarer, Erwartungen lauter, Zufriedenheit seltener. Die weibliche Rolle als lebensspendende, verbindende, ordnende Kraft verliert ihren inneren Glanz, weil sie nicht mehr als Geschenk verstanden wird, sondern als Last der ständigen Selbstinszenierung. Wo Weiblichkeit zur Funktion herabsinkt, wird sie niemals erfüllt; wo sie ihren inneren Wert verliert, erschöpft sie sich im Außen.

So stehen sich Mann sowie Frau schließlich gegenüber, beide überreizt, beide innerlich entleert, beide ihrer natürlichen Spannung beraubt. Nicht als ergänzende Pole, sondern als vereinzelte, beinahe leblose Wesen, die Nähe suchen und doch Bindung scheuen. Sexualverkehr, der seinem Wesen nach Begegnung, Aufbau sowie Verdichtung ist, verkommt zur bloßen Funktion der Entladung – mündend mitunter in Perversionen. Was eigentlich Verbindung stiften sollte, wird zur mechanischen Handlung; was Tiefe erzeugen könnte, bleibt oberflächlich. Dabei ist Sexualität ihrem innersten Sinn nach Bindung. Sie ist ursprünglich Stimme des Vertrauens, Hingabe und Verantwortung; eine Begegnung zweier Pole, die einander nicht verbrauchen, sondern stärken. In ihr vollzieht sich Fortpflanzung nicht allein biologisch, sondern kulturell: als Weitergabe von Haltung, Maß, Treue, innerer Ordnung. Wo Sexualität entgrenzt wird, verliert sie Richtung; wo sie beliebig wird, verliert sie ihren Sinn; wo Sinn fehlt, zerfällt loyale Bindung. Aus Nähe wird Gewohnheit, aus Hingabe Erwartung, aus Liebe Anspruch. Der Mensch verliert die Fähigkeit, sich wirklich zu verbinden, weil er nie gelernt hat, sich zu sammeln. Infolgedessen zerbricht nicht nur das Verhältnis zwischen Mann sowie Frau, sondern das Fundament jeder dauerhaften Gemeinschaft.

Für den Erhalt eines Volkes ist diese Entwicklung nicht bloß problematisch, sondern grundlegend zerstörerisch. Ein Gemeinwesen lebt nicht von Konsum, nicht von Reizsteigerung, nicht von permanentem Angebot, sondern von Beziehung, von Bindung, von innerer Ordnung. Völker bestehen nicht aus Einzelnen, die nebeneinander funktionieren, sondern aus Generationen, die einander tragen. Kinder entstehen nicht aus Beliebigkeit, nicht aus momentaner Lust, sondern aus Vertrauen, aus Verläßlichkeit, aus dem Willen zur Dauer. Treue Partnerschaften sind daher keine sentimentale Erfindung vergangener Zeiten, sondern das tragende Gerüst jeder lebensfähigen Ordnung. In ihnen wird Charakter geformt, Maß gelernt, Verantwortung weitergegeben. Sie binden nicht nur zwei Menschen, sondern verbinden Vergangenheit, Gegenwart sowie Zukunft. Wo Sexualität von Liebe getrennt wird, wird Lust von Verantwortung abgespalten; wo Verantwortung fehlt, verkümmert Zeugung zur Statistik; wo Bindung zerfällt, verliert das Volk seine innere Kontinuität. Die Folgen sind sichtbar: Vereinzelung statt Gemeinschaft, Austauschbarkeit statt Herkunft, Gegenwartssucht statt Zukunftswille. Ein Volk, das seine Sexualität nicht mehr ordnet, ordnet bald auch sich selbst nicht mehr.

Die wahre, loyale, dauerhafte Liebe ist kein Rausch, kein Zustand flüchtiger Erregung, sondern ein Weg, der gegangen werden will. Sie entsteht nicht aus Überfluß an Reizen, sondern aus Entscheidung; sie wächst nicht durch Bequemlichkeit, sondern durch Bewährung. Diese Liebe fordert, weil sie trägt; sie verwandelt, weil sie bindet. Sie kennt Maß statt Maßlosigkeit, Tiefe statt Dauerreiz, Geduld statt sofortiger Entladung. In ihr wird der Mann nicht müde, sondern gesammelt, klar und standhaft; die Frau nicht lastbeladen, sondern geehrt, gesehen und in ihrem Wesen bestätigt. Beide werden größer, weil sie sich nicht im Anderen auflösen, sondern im Miteinander finden. In dieser Liebe ist Sexualität kein Konsumgut, kein Ventil, kein Anspruch, sondern ein Sakrament des Vertrauens – kraftspendend, ordnend, verbindend, schöpferisch. Sie stärkt nicht nur den Leib, sondern den Charakter; nicht nur die Beziehung, sondern die Zukunft. Wo solche Liebe gelebt wird, entsteht Dauer, und aus Dauer erwächst Bestand.

Es ist Zeit, die Lüge der permanenten Lust zu entlarven und ihr den Schleier der Harmlosigkeit zu entreißen. Freiheit entsteht nicht aus grenzenloser Stimulation, sondern aus Selbstführung, aus Maß, aus innerer Ordnung. Ehrhaftigkeit erwächst nicht aus Sichtbarkeit, nicht aus Entblößung, nicht aus Aufmerksamkeit, sondern aus Sinn, aus Haltung, aus der Fähigkeit, sich selbst zu beherrschen. Wer seine Energie sammelt, statt sie fortwährend zu zerstreuen, gewinnt Tiefe; wer Spannung aushält, statt sie sofort zu entladen, gewinnt Kraft. Wer Liebe als Aufbau begreift, nicht als Verbrauch, schafft Dauer; wer Bindung höher achtet als Befriedigung, schafft Zukunft. Und wer erkennt, daß Sexualität mehr ist als Lust, mehr als Funktion, mehr als Anspruch, der legt den Grund für wahre Stärke – im einzelnen Menschen ebenso wie im Volk. Ohne Maß keine Stärke; ohne Bindung keine Zukunft; ohne Ordnung keine Freiheit.

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Heimatliebender Aktivist, Medienmacher und Politiker! Ein Zitat von Ernst Jünger wurde zum inneren Begleiter: "Zeige mir den Markt der Stadt und ich sage dir, ob dein Volk noch lebendig ist." Friedrich Nietzsche formulierte einst treffend: "Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst: entweder du kommst schon heute weiter hinauf oder du übst deine Kräfte, um morgen höher steigen zu können." Ich habe mich für den Weg der Wahrheit entschieden - aus Liebe zum Eigenen!

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