Überwinde Deinen Verstand: Erwache im Feuer des nordischen Geistes

Wenn das Denken schweigt und das Herz spricht

Es gibt Stunden im Leben eines Menschen, da steht er an der Schwelle zwischen Denken und Sein; Stunden von eigentümlicher Schwere, in denen das Gewohnte brüchig wird, alldieweil der Verstand, welcher ihm so lange als sicherer Führer erschien, plötzlich nicht mehr trägt wie zuvor. Der Verstand, geschult durch Jahre der Belehrung, der Analyse, der steten Zergliederung aller Dinge, erhebt sich wie ein Wächter aus Stein; er ordnet, er wägt ab, er mißt – doch er fühlt nicht, er lebt nicht, er atmet nicht im Takt des Lebens.

  Joachim Sondern

Und derweilen glaubt der Mensch, er sei frei, alldieweil er denken kann, er Begriffe formen sowie Zusammenhänge zu erkennen vermag. Doch diese vermeintliche Freiheit ist bisweilen nichts als ein fein gesponnenes Netz, welches ihn hält; eine unsichtbare Ordnung, die ihm vorgaukelt, Herr seiner selbst zu sein, obgleich er sich in Wahrheit in den Kreisen seines eigenen Denkens bewegt. Denn wahre Freiheit beginnt nicht im Denken, sondern im Überwinden desselben; nicht im Festhalten, sondern im Loslassen; nicht in der Kontrolle, sondern in der Hingabe an etwas Größeres, das sich dem Zugriff des Verstandes entzieht.

Der nordische Geist wußte um diese Schwelle, ja, er ehrte sie als jenen heiligen Ort, an welchem der Mensch sich selbst begegnet, nicht als Gedanke, sondern als Wesen. Nicht zufällig opferte Odin sein Auge, um tiefer zu schauen; nicht zufällig hing er neun Nächte im Weltenbaum Yggdrasil, verwundet vom eigenen Speer, zwischen Himmel sowie Erde, zwischen Bewußtsein sowie Abgrund, zwischen dem, was greifbar ist, sowie dem, was sich nur erahnen läßt. Dies war kein Akt rationaler Berechnung; kein wohlüberlegter Schritt eines Gelehrten, sondern ein Sprung in das Mysterium, ein Wagnis, welches der Verstand niemals eingehen würde, da dieser stets Sicherheit verlangt. Erkenntnis erwuchs ihm nicht aus Berechnung, sondern aus Hingabe; nicht aus Kontrolle, sondern aus dem Loslassen der Kontrolle; nicht aus der Angst vor dem Unbekannten, sondern aus dem Vertrauen, daß gerade im Unbekannten die tiefste Wahrheit verborgen liegt. Infolgedessen offenbart sich im Opfer Odins nicht Schwäche, sondern höchste Stärke; die Bereitschaft, das Bekannte zu verlassen, um das Wahre zu finden.

Der Verstand ist ein Werkzeug; doch wenn das Werkzeug den Herrn beherrscht, wird der Mensch zum Knecht seiner eigenen Konstruktionen. So lange er in Begriffen denkt, bleibt er in Begrenzungen gefangen; so lange er alles erklärt, erklärt er sich selbst aus dem Wunder heraus; so lange er die Welt in Worte zwingt, verliert er die Fähigkeit, sie zu erleben. Denn das Leben selbst entzieht sich der vollständigen Beschreibung; es ist ein Strom, kein Schema; ein Atem, kein Diagramm. Der nordische Schamanismus jedoch führt den Suchenden in jene Räume, in welchen Worte zerfallen wie altes Holz im Feuer, in welchen Begriffe ihre Schärfe verlieren, da sie der Tiefe nicht mehr gerecht werden. Dort, wo Trommelschlag den Puls der Erde imitiert, wo Atem zum Wind wird, wo das Innere sich öffnet wie eine Runenpforte, dort beginnt das eigentliche Sehen; nicht mit den Augen, sondern mit dem Wesen selbst. Der Mensch tritt aus der Enge seines Denkens heraus und geht in die Weite des Seins hinein, wo Erkenntnis nicht mehr gedacht, sondern erfahren wird.

Es ist der Weg des inneren Feuers; ein Weg, der nicht bequem ist, da er den Mut verlangt, sich selbst zu begegnen, ohne die Schutzschichten des Verstandes. Nicht das kalte Licht des kalkulierenden Intellekts, welches alles ausleuchtet, jedoch nichts erwärmt, sondern das lodernde Leuchten des Herzens, das zugleich belebt als auch erneuert. Wer den Verstand überwindet, verwirft ihn nicht; er stellt ihn an seinen rechten Platz, wie ein Schmied sein Werkzeug ordnet. Er erkennt, daß Denken dem Fühlen dienen muß, nicht umgekehrt; daß Klarheit nicht aus der Zergliederung entsteht, sondern aus der Verbindung. Denn im Herzen liegt jene Quelle, aus welcher Mut, Treue sowie Entschlossenheit entspringen – nicht als bloße Begriffe, sondern als lebendige Kraft, als ein inneres Feuer, das nicht flackert im Wind der Zweifel, sondern brennt, weil  es aus der Tiefe gespeist wird. Dieses Feuer ist kein zerstörerisches Element, sondern ein reinigendes; es verzehrt das Falsche, damit das Wahre hervortreten kann.

Der nordische Schamane wußte: Die Seele reist weiter als der Gedanke. In Trance, im Gesang, im Schweigen unter dem Sternenzelt löst sich die starre Struktur des Rationalen auf; der Mensch tritt ein in den Strom der Ahnen, in das Flüstern des Waldes, in die uralte Schwingung der Erde, die älter ist als jedes Wort, älter als jede Lehre. Er erkennt, daß er nicht ein isoliertes Individuum ist, sondern Teil eines lebendigen Geflechts, das sich von Generation zu Generation spannt wie ein unsichtbares Band, gewoben aus Erinnerung, Erfahrung sowie innerer Wahrheit. Der Atem wird tiefer, langsamer, ursprünglicher; er verbindet den Menschen mit dem Rhythmus des Lebens selbst. In diesem Atem liegt mehr Weisheit als in tausend Gedanken; denn der Atem trennt nicht, sondern vereint. Fernab von Bewertungen agiert er als tragendes Fundament.

In diesem Zustand wird die Angst klein; nicht, weil sie verschwindet, sondern weil sie ihre Macht verliert. Denn Angst ist oftmals das Produkt des denkenden Ichs, das seine Kontrolle zu verlieren fürchtet; ein Schatten, der größer erscheint, je mehr man ihn betrachtet. Doch wer sich dem inneren, wahrhaftigen Strom hingibt, entdeckt eine andere Sicherheit: die Gewißheit, getragen zu werden. Getragen vom Atem der Vorfahren, vom Rhythmus der Natur, vom inneren Feuer, das niemals ganz verlöscht, selbst wenn es zu Asche geworden scheint. Hier öffnet sich die Energiequelle, von der so viele sprechen, ohne sie je zu berühren; eine Quelle, die nicht durch Anstrengung erzwungen werden kann, sondern sich demjenigen offenbart, der Vertrauen wagt. Vertrauen statt Kontrolle; Hingabe statt Widerstand; Sein statt Denken – dies ist die Schwelle, die überschritten werden muß.

Und was für den Einzelnen gilt, gilt ebenso für das Volk. Ein Volk, das ausschließlich rechnet, vergleicht, taktiert, verliert seine Seele, weil es sich selbst auf das reduziert, was meßbar ist. Ein Volk jedoch, das den Mut findet, wieder zu fühlen, sich seiner Wurzeln zu erinnern, die Tiefe seines Mythos zu ehren, wird unerschütterlich; da es aus einer Quelle lebt, die nicht versiegt, solange sie genährt wird. Denn es lebt nicht nur aus wirtschaftlichen Kalkülen oder politischen Strategien; es lebt aus einem inneren Sinn, aus einer gemeinsamen Schwingung, die sich nicht in Zahlen fassen läßt. Der nordische Geist erinnert daran, daß Gemeinschaft mehr ist als Vertrag – sie ist ein Seelenbund, ein stilles Einverständnis, das tiefer reicht als jedes geschriebene Wort.

Die Befreiung beginnt also nicht auf den Straßen, sondern im Inneren; nicht im äußeren Kampf, sondern in der inneren Entscheidung, sich selbst nicht länger zu verleugnen. Sie beginnt dort, wo der Mensch den Mut aufbringt, das Rauschen seines Verstandes für einen Augenblick zum Schweigen zu bringen; wo er lauscht, statt zu argumentieren; wo er fühlt, statt zu analysieren; wo er den Atem nicht kontrolliert, sondern ihm folgt. In diesem Schweigen erhebt sich eine andere Stimme – leise zunächst, doch unüberhörbar; eine Stimme, die nicht überzeugt, sondern Dich an etwas Wichtiges erinnert. Es ist die Stimme des Herzens, die Stimme der Ahnen, die Stimme des eigenen wahren Wesens, welches nie verloren war, sondern nur überdeckt.

Wer sie hört, der verändert sich; nicht laut, nicht spektakulär, sondern tief, unwiderruflich. Und aus dieser Tiefe erwächst eine Kraft, die keine äußere Macht brechen kann; alldieweil sie nicht von außen verliehen, sondern von innen geboren wurde. Sie ist nicht künstlich erschaffen worden, sie ist gewachsen; nicht anerzogen, sondern tief verwurzelt; nicht erlernt, sondern wiederentdeckt. Diese Kraft trägt den Menschen auch dann, wenn alles Äußere zerfällt; da sie nicht an Bedingungen geknüpft ist.

Der Weg des nordischen Schamanismus ist somit kein Rückzug ins Irrationale, sondern ein Aufstieg in eine umfassendere Vernunft – eine Vernunft, die Herz sowie Geist vereint, die Mythos sowie Wirklichkeit nicht trennt, sondern verbindet; eine Vernunft, die erkennt, daß das Leben mehr ist als das, was gedacht werden kann.

Wer den Verstand überwindet, um ins Herz zu gelangen, der findet nicht weniger Klarheit, sondern eine größere; eine Klarheit, die nicht zergliedert, sondern zusammenführt; die nicht herrscht, sondern dient; die nicht trennt, sondern verbindet.

Und vielleicht ist dies die eigentliche Befreiung: zu erkennen, daß das größte Tor nicht im Außen steht, sondern im Innern; daß Yggdrasil nicht nur im Mythos wurzelt, sondern im eigenen Bewußtsein; daß Odin nicht nur eine Gestalt der Sage ist, sondern ein Sinnbild des Mutes, sich selbst zu opfern, um wahrhaft zu sehen. Der Mensch, der diesen Schritt wagt, tritt aus dem engen Kreis seines bloßen Denkens heraus sowie in den weiten Raum seines Seins hinein; ein Raum, in dem das Feuer nicht zerstört, sondern wandelt; in dem der Atem nicht zwingt, sondern trägt; in dem die Ahnen nicht fern sind, sondern gegenwärtig.

So endet der Weg nicht in einer Antwort, sondern in einer Wandlung; nicht in einer Erkenntnis, sondern in einem Zustand. Dort lodert das Feuer, dort rauscht der Weltenbaum, dort schlägt das Herz im Takt der Erde, dort verschmilzt der Mensch mit dem, was er immer war, bevor er begann, sich selbst zu erklären. Und in diesem Takt, in dieser uralten, unverfälschten Schwingung liegt jene Freiheit, die kein System schenken sowie keine Macht nehmen kann. Diese Kraft wird nicht erzeugt, diese Kraft steckt bereits in der Wiege des Einzelnen.

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Heimatliebender Aktivist, Medienmacher und Politiker! Ein Zitat von Ernst Jünger wurde zum inneren Begleiter: "Zeige mir den Markt der Stadt und ich sage dir, ob dein Volk noch lebendig ist." Friedrich Nietzsche formulierte einst treffend: "Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst: entweder du kommst schon heute weiter hinauf oder du übst deine Kräfte, um morgen höher steigen zu können." Ich habe mich für den Weg der Wahrheit entschieden - aus Liebe zum Eigenen!

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