Jahr ein, Jahr aus warten die Menschen auf die Feiertage, als müsse ihre Seele erst um Erlaubnis bitten, um zur Ruhe kommen zu dürfen. Sie zählen die Tage, sie hoffen, sie ertragen den Alltag im Wissen, daß irgendwann ein Kalenderblatt die Erlaubnis zur Besinnung erteilt. Besonders auf Weihnachten richtet sich dieser Blick – oder, für uns nordische Heiden, auf die Julzeit. Und dennoch drängt sich unweigerlich die Frage auf: Warum eigentlich? Warum akzeptieren Millionen Menschen diese Ordnung, die ihnen vorschreibt, wann sie fühlen, ruhen, erinnern dürfen?
Joachim Sondern
Warum akzeptieren sie diese Matrix da draußen, diese künstliche Wirklichkeit, die sie gefangen hält? Warum lassen sie sich ihre Seele rauben, ihr Herz ersticken, ihren inneren Ursprung verdrängen? Warum unterdrücken sie ihr Herz, um jenen weiterhin dienlich zu sein, die nichts anderes kennen als Macht, Kontrolle und Besitz? Geschieht dies aus Angst vor dem Leben selbst? Aus Angst, ihre Existenz zu verlieren, sobald sie sich dem Gehorsam entziehen?
Man redet Dir ein, Du habest reumütig zu sein. Man predigt Dir Schuld, fordert Beichte, verlangt Unterwerfung. Doch diese Worte stammen aus den Mündern eines Machtapparates, dessen verantwortliche Hintermänner zu den größten Sündern der Menschheitsgeschichte zählen. Sie kontrollieren die Welt, sie lenken Märkte wie Marionetten, sie spielen mit Nationen, Völkern sowie Schicksalen, wie es ihnen beliebt. Sie digitalisieren das Leben der Menschen, entreißen ihnen den Besitz, überwachen jeden Schritt und besitzen nahezu neunzig Prozent des Weltkapitals. In fast jedem Land haben sie ihre Zentralbanken installiert, als eiserne Pfähle der Fremdherrschaft. Und wo Worte nicht mehr ausreichen, greift Gewalt – getreu dem alten Leitspruch: Und bist Du nicht willig, so brauche ich Gewalt. In ihrer Konsequenz muß man ihnen diese makabre Meisterschaft zugestehen.
Und das eigentlich Absurde daran? Während ein Prozent der Menschheit nahezu alles besitzt, schlagen sich neunzig Prozent um jene kümmerlichen zehn Prozent, die ihnen überhaupt noch zugestanden werden. Doch selbst diese gehören ihnen längst nicht mehr. Besitz ist zur Illusion verkommen. Was einst greifbar war, ist heute geliehen, befristet, überwacht. Ein einfacher Film genügt als Beispiel: Früher erwarb man eine VHS, später eine DVD oder Blu-ray. Sie war Dein Eigentum. Niemand wußte davon, wenn bar bezahlt wurde. Du konntest sie lagern, nutzen, verleihen, wie es Deinem Willen entsprach. Heute kaufen die Menschen – besser gesagt: mieten sie – Filme auf Plattformen wie Amazon Prime, abgespielt ausschließlich über fremde Software, jederzeit entziehbar, niemals sicherbar. Der Mensch zahlt für fremdverwalteten Besitz, der ihm im nächsten Augenblick genommen werden kann. Überall Abonnements, überall digitale Fesseln, überall Mechanismen, um Dir Deinen Sklavensold wieder zu entreißen. Am Ende bleibt nichts – außer Abhängigkeit.
Und dennoch gibt es Menschen, die mit dem Finger auf andere zeigen. Auf jene, die schwarzarbeiten, improvisieren, überleben oder dem System anderweitig entkommen. Mit welcher Berechtigung? Weil sie selbst zu feige sind, auszubrechen? Weil sie zu schwach sind, sich zur Wehr zu setzen? Persönliche Schwäche rechtfertigt keine moralische Überheblichkeit. Die einen besitzen Charakter, die anderen nicht. Man gehorcht brav den Regeln, während die kleine internationale Clique über jede Regel lacht. Merken die Menschen nicht, wie lächerlich sie sich in ihrer Hörigkeit machen?
Steuergelder wurden veruntreut, Länder herabgewirtschaftet, Werte mit Füßen getreten – und dennoch laufen Denunzianten durch die Straßen, die ihren Nachbarn anzeigen, wenn er fünf Euro hinterzieht. Jahrhundertelang hat sich der Mensch kaum weiterentwickelt, lebt noch immer in tiefer Obrigkeitshörigkeit, läßt denken, läßt lenken, läßt sein eigenes Leben verwalten. Wie traurig ist es, diese Gestalten dahinvegetieren zu sehen, gefangen in einem Leben voller Selbstbetrug. Visionen sind ihnen fremd geworden, Mut ein verlorenes Gut, das Herz kaum noch spürbar. Und weil sie diese Leere nicht ertragen, entladen sie ihren Frust an jenen, die noch aufrecht gehen. Dabei liegt die Wahrheit offen vor ihnen: Wir besitzen nicht nur die Macht zum Ungehorsam – wir besitzen das Recht dazu. Doch Ungehorsam beginnt nicht im Wohnzimmersessel – und genau darin liegt das Elend unserer Zeit.
Besonders deutlich wird dies an den sogenannten Feiertagen. Neid sowie Mißgunst treten offen zutage. Verständnis für jene, die arbeiten, andere versorgen, verschwindet. Als müsse die Welt ununterbrochen verfügbar sein, als dürfe niemand ruhen, nur weil andere ihre innere Leere nicht ertragen. Doch auch die Servicekraft, die Blumenhändlerin, der Bäcker tragen Sehnsucht nach Stille in sich. Die Welt würde nicht untergehen, wenn zwei oder drei Tage alles ruhen würde.
Hätten sich die Menschen ihre Heimatliebe nicht rauben lassen, hätten sie an Brauchtum sowie Tradition festgehalten, so wäre insbesondere der Deutsche nicht von Neid zerfressen. Er wäre frei, stark, loyal sowie unkontrollierbar. Stattdessen hat man seine Seele verkauft, kniet vor bunten Götzen wie dem Coca-Cola-Weihnachtsmann und folgt Religionen, die Gehorsam predigen, Unterwerfung verlangen. Widersinnig wird es, wenn diese Religionen gegeneinander verteidigt werden, obwohl sie derselben Wurzel entstammen.
Unser Glaube jedoch ist älter. Er entspringt der natürlichen Ordnung. Das nordische Heidentum kennt keine Schuldvererbung, keine Unterdrückung, keinen Mittler. Es ehrt das Leben, die Natur, den Kreislauf des Seins. Unsere Spiritualität ist aus Erde, Feuer, Wasser sowie Licht gewachsen. Unsere Heilkunst entspringt der Natur, nicht der Industrie. Unsere Götter wandelten mit uns, behandelten uns auf Augenhöhe. Doch wir haben sie verraten. Und ein Volk, das seine Götter verrät, verliert seinen Charakter.
Warum also sollten wir fremde Feste feiern? Warum uns nur an bestimmten Tagen besinnen, wenn Besinnung ein Lebensprinzip ist? Wir leben das ganze Jahr im Einklang mit den Naturgesetzlichkeiten. Unsere Medizin liefert die Natur, unseren Schutz liefern die Götter, unsere Kraft erwächst aus unseren Taten. Unsere Magie bricht jeden Fluch, führt das Licht zurück in die Welt. Dunkle Kräfte waren stets nur Momentaufnahmen.
Besinne auch Du Dich Deiner wahren Herkunft. Stehe zu Deinem Glauben, zu den Göttern der alten Zeit, zu den Kräuterfrauen, zu den Runen, zum natürlichen Kreislauf. Nicht Unterwerfung ist der Weg, sondern die stolze, starke sowie loyale Lebenshaltung.
Wir leben frei.
Wir leben ungebrochen.
Wir leben stark.
Respekt, Ruhe sowie Besinnlichkeit sind keine Feiertagsrituale – sie sind Lebensgesetze. Brauchtum, Feiertage, Rituale und Feste sind wichtig – aber es müssen die richtigen Brauchtümer, Feiertage, Feste sowie Rituale sein, die dem wahren Glauben entspringen und keiner zwanghaften Illusion.
Heil und Segen!
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