Wenn es noch eines letzten Beweises bedurfte, dass der Krieg in Syrien nie primär dem Schutz der Bevölkerung diente, sondern der Unterwerfung eines ungehorsamen Staates – dann liefert ihn der stille, entschlossene Blick von Bashar al-Assad. Ein ausgebildeter Arzt, westlich geschult, mit französischer Ehefrau, einem tiefen Sinn für Zivilisation, Bildung sowie Stabilität – und dennoch seit Jahren als „Schlächter“ dämonisiert. Warum? Weil Syrien sich weigerte, in das Schuldgeldsystem einzutreten. Weil es eine Nation war, die sich der Diktatur der Finanzeliten widersetzte – wie einst Libyen, wie einst der Irak.
Joachim Sondern
Die Assads – Mehr als nur Herrscher: Eine zivilisierte Bastion gegen den Zerfall
Wer sich die Familie Assad abseits der medialen Dämonisierung betrachtete, erkannte rasch: Hier stand nicht der brutale Clan einer Diktatur – sondern eine gebildete, strukturierende Kraft, die über viele Jahre hinweg versuchte, Syrien inmitten geopolitischer Bedrängnis zu stabilisieren. Bashar al-Assad war kein klassischer Machthaber. Ursprünglich nicht einmal als Nachfolger vorgesehen, kehrte er 1994 nur infolge des tödlichen Autounfalls seines Bruders Basil nach Damaskus zurück – und übernahm Jahre später die Verantwortung für ein Land, das ihm nicht Macht, sondern Last bedeutete.
Assad, studierter Augenarzt, hatte zuvor in Damaskus Medizin studiert und dann an der renommierten Western Eye Hospital in London seine Spezialisierung abgeschlossen. Kollegen beschrieben ihn als zurückhaltend, analytisch, höflich, fast schüchtern – jemand, der mehr dachte als sprach. Nicht der typische Despot, sondern ein denkender Technokrat, mit großem Interesse für Technik, IT, urbaner Entwicklung und Infrastruktur.
Seine Frau, Asma al-Assad, geboren und aufgewachsen in London, ist britische Staatsbürgerin, Tochter eines renommierten kardiologischen Spezialisten. Sie arbeitete bei J.P. Morgan in der Londoner City – jenem Herzstück der internationalen Hochfinanz – und galt in Bankenkreisen als brillante Analystin mit Aufstiegspotenzial. Doch statt Karriere im Dienst des globalen Finanzsystems zu machen, entschied sie sich für Syrien, für ihr Volk – und gegen das System, das sie einst formte. Gerade das machte sie gefährlich: Sie kannte die Strukturen von innen, verstand die Mechanismen der Schuldgeldarchitektur – und kehrte ihr bewusst den Rücken.
Eine Frau, die einst Teil der Finanzelite war, sich jedoch für einen souveränen, unabhängigen Weg entschied – das ist in den Augen der Hochfinanz keine freie Entscheidung, sondern Hochverrat. Denn wer das System durchschaut und es dennoch verlässt, wird zur unberechenbaren Variable – und damit zur Bedrohung.
Ein Lebensstil, der Bescheidenheit ausstrahlte
Auch der Lebensstil der Familie Assad entsprach keineswegs dem Bild von gierigen Autokraten. Sie lebten nicht in Prachtvillen wie saudische Prinzen, sondern in einem relativ nüchternen Präsidentensitz. Bashar Assad war bekannt dafür, bis zuletzt im Land zu verbleiben, selbst zu fahren, Kliniken zu besuchen und mit Soldaten zu sprechen. Inmitten von Bomben, Sanktionen und Sabotage blieb die Familie in Syrien – bis zur endgültigen Eskalation 2024, die sie schließlich zur Flucht ins Exil zwang.
Doch: Sie blieben, solange es möglich war. Und sie hielten länger durch, als es gewissen Mächten lieb war.
Syrien und das Nein zur FED – Der wahre Grund des Krieges
Während westliche Medien den Krieg in Syrien als Reaktion auf „Demokratiebewegungen“ darstellten, liegt der wahre Kern – wie so oft – verborgen in der unsichtbaren Architektur der Macht: der Geldschöpfung, der Kreditvergabe, der Kontrolle über Währung und Verschuldung.
Denn Syrien war – aus Sicht der globalen Finanzelite – ein gefährlicher Ausreißer. Nicht wegen politischer Härte oder Menschenrechtsfragen, sondern wegen seiner klaren Ablehnung des FED-zentrierten Schuldgeldsystems.
Hier die Fakten:
🔹 Die Zentralbank Syriens (Central Bank of Syria – CBS), 1953 gegründet, war bis zum Kriegsbeginn vollständig staatlich gelenkt. Sie unterstand direkt der Regierung und war kein „unabhängiges“ Organ im Sinne westlicher Zentralbankdoktrin – sondern ein Instrument nationaler Souveränität.
🔹 Das syrische Pfund (SYP) war nicht an den US-Dollar gekoppelt, wurde von der CBS kontrolliert und war nicht frei an westlichen Kapitalmärkten handelbar. Dies ermöglichte Syrien eine autonome Geldpolitik – losgelöst von Wall Street, Eurozone und der City of London.
🔹 Internationale Finanztransaktionen, sofern notwendig, umgingen das SWIFT-System – ein System, das von den USA kontrolliert wird und jede globale Überweisung überwacht. Syrien war bis 2012 mit alternativen Wegen aktiv – und wurde schließlich aus SWIFT ausgeschlossen, um es wirtschaftlich zu isolieren.
🔹 Syrien nahm keine IWF-Kredite auf. Es gab keine westliche Verschuldung, keine Abhängigkeit von Weltbank-Projekten, keine Deregulierung im Sinne neoliberaler Reformen. Stattdessen blieben Schlüsselindustrien – vor allem im Energiesektor – in staatlicher Hand.
🔹 Der Handel mit Öl, Gas und Phosphat – einem strategischen Rohstoff Syriens – erfolgte nicht in US-Dollar, sondern bevorzugt in bilateralen Abkommen mit Russland, dem Iran oder China, oft in lokaler Währung oder auf Tauschbasis. Der Petrodollar wurde ignoriert – ein Affront gegenüber Washingtons globalem Kontrollmechanismus.
🔹 Westliche Banken hatten kaum Zugang zum syrischen Finanzsektor. Kapitalflüsse von und nach Syrien wurden streng reguliert. Die Öffnung der Märkte, wie sie im Irak oder in Ägypten erzwungen wurde, blieb in Syrien aus.
🔹 Ein staatlich reguliertes Bankwesen, Subventionen auf Treibstoff, Brot und Grundnahrungsmittel sowie keine massenhaften Privatinsolvenzen – all das machte Syrien bis 2011 zu einem der sozial stabilsten Länder des Nahen Ostens – trotz internationaler Isolation.
Die Strafe für finanzielle Eigenständigkeit
Diese Struktur machte Syrien zu einem weißen Fleck auf der Landkarte des FED-Dollarsystems. Ein Systemverweigerer. Kein Schuldner. Kein Spekulant. Kein Zinssklave. In einer Weltordnung, die auf Verschuldung, Dollarabhängigkeit und IWF-Kontrolle basiert, war Syrien damit keine neutrale Nation, sondern ein Feindmodell.
In Washingtons und Londons Logik bedeutete das:
Wer sich dem Dollar entzieht, der entzieht sich unserer Kontrolle.
Wer dem IWF widersteht, widersteht unserem Zugriff.
Wer seine Rohstoffe nicht in Dollar verkauft, begeht ökonomische Ketzerei.
Und so wurde Syrien – genau wie zuvor Irak und Libyen – zum Ziel einer multilateralen Kriegsstrategie:
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Mediale Dämonisierung Assads als „Schlächter von Damaskus“
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Finanzielle Isolierung über SWIFT-Ausschluss, Sanktionslisten, Blockade von Auslandskonten
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Wirtschaftskrieg durch Währungsverfall, gefördert durch künstliche Hyperinflation und Devisenmangel
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Aufbau eines Schattenfinanzsystems durch Terrorgruppen, die sich über Rohölschmuggel, Drogenhandel und Geldwäsche finanzierten
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Plan zur Errichtung einer Gegen-Zentralbank in Aleppo durch westlich unterstützte „Oppositionskräfte“ – ein paralleles Geldsystem zur Abwicklung künftiger Deals nach einem Regimewechsel
Die wirtschaftliche Realität nach 2011
Mit dem Krieg wurde nicht nur Syriens physische Infrastruktur zerstört – es war ein gezielter Angriff auf die monetäre Unabhängigkeit des Landes:
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Das syrische Pfund verlor binnen weniger Jahre über 90 % seines Wertes
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Der Binnenhandel brach zusammen
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Auslandsguthaben wurden eingefroren
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Internationale Banken verweigerten jede Zusammenarbeit
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Importabhängigkeit stieg – ohne Gegenwährung
Ein künstlich herbeigeführter Zusammenbruch, orchestriert von denselben Kräften, die einst auch Gaddafis Dinar begruben und Iraks Goldreserven verschwinden ließen.
Pipelinepläne, geostrategische Linien – und der Preis für Standhaftigkeit
Kaum ein anderer Faktor zeigt die geopolitische Bedeutung Syriens so klar wie der Streit um Energiepipelines. Im Jahr 2009 schlug Katar – einer der engsten Alliierten der USA – eine Gas-Pipeline vor, die das riesige North-Dome-Gasfeld (welches sich Katar mit dem Iran teilt) via Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien und die Türkei nach Europa führen sollte. Ziel war es, die europäische Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern und den US-Dollar als Handelswährung in der Energieversorgung Europas weiter zu verankern.
Doch Bashar al-Assad lehnte das Projekt ab – mit klarer Begründung: Die Pipeline würde nicht nur den Einfluss Russlands schwächen, sondern auch die Macht Irans untergraben, mit dem Syrien ein strategisches Bündnis pflegte. Stattdessen unterstützte Assad das alternative Projekt, eine iranisch-irakisch-syrische Pipeline, die ebenfalls Erdgas aus dem Persischen Golf ins Mittelmeer bringen sollte – aber unter Ausschluss der USA, Katars und Saudi-Arabiens, sowie nicht in Dollar, sondern in regionalen Währungen oder auf Tauschbasis.
Dieser Schritt war ein geopolitischer Affront sondergleichen. Denn er vereinte:
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die Ablehnung des Petrodollars,
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eine Allianz mit Iran und Russland,
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eine Missachtung US-gesteuerter Energieinteressen,
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und eine Zementierung eines souveränen Wirtschaftsraumes außerhalb der westlichen Ordnung.
Das genügte, um Syrien zum nächsten „Schurkenstaat“ zu erklären. Die Pipeline-Absage von 2009 war ein Wendepunkt. Ab diesem Moment wurde das Projekt des „Arabischen Frühlings“ zur gezielten Destabilisierung Syriens vorbereitet. Nicht etwa, weil Assad plötzlich „gegen sein Volk“ vorging – sondern weil er sich gegen ein globales Imperium stellte, das seine Energie-, Militär- und Finanzdominanz ausdehnen wollte.
Was danach folgte, war das klassische Muster:
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CIA-unterstützte „Rebellen“, die mit Geld, Waffen und Kommunikationshilfen ausgestattet wurden
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Ein globales Medientheater, das Assad dämonisierte
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Ein geopolitischer Informationskrieg, der die Weltöffentlichkeit täuschen sollte
Assad hatte nicht gegen „Demokratiebewegungen“ gekämpft – sondern gegen eine Pipeline, ein Dollarimperium und eine neue Phase neokolonialer Kontrolle.
Und nun? Der Iran als nächstes Ziel
Wenn man den geopolitischen Faden logisch weiterspinnt, war klar, was folgt: Der Iran. Der eigentliche Partner der syrischen Pipeline-Idee. Der letzte große Staat in der Region mit einer unabhängigen Zentralbank, einer Goldwirtschaft, massiven Rohstoffreserven und einer klaren Ablehnung des US-Dollars. Die westlichen Angriffe auf den Iran – sei es in Form von Sanktionen, Spionageoperationen, Farbrevolutionsversuchen oder militärischen Drohgebärden – sind keine isolierten Ereignisse, sondern der nächste Schritt in einer gezielten Kette:
Irak → Libyen → Syrien → Iran.
Es geht – wie so oft – nicht um Freiheit oder Menschenrechte, sondern um Pipelines, Petrodollar und politische Gehorsamkeit. Die Destabilisierung Syriens war ein logistischer Zwischenschritt zur Einkreisung Teherans – der letzte Fels, bevor man sich dem iranischen Widerstand widmet.
Die Flüchtlingswaffe – Geopolitik mit menschlichem Leid
Doch der Plan reichte weiter: Syrien sollte nicht nur fallen – es sollte fluten. Der Westen wusste, was folgt, wenn man einem Volk das Wasser, das Brot und den Frieden nimmt: Es bewegt sich, Richtung Europa. Die Syrienkrise war kein humanitärer Unfall – sie war eiskaltes Kalkül. Die Fluchtbewegung wurde genutzt, um Europa – mittels einer illegalen Migrantenkrise – zu destabilisieren. Um es zu entkernen, Nationalstaaten zu spalten, Konflikte zu schüren, kulturelle Strukturen aufzuweichen. Eine Migrantenwaffe – gezielt eingesetzt durch die Zerstörung eines stabilen Staates.
Man nährte bewusst den globalen Angstgegner – den radikalen Islam – um ihn später als Steuerungsmittel für Bevölkerungskontrolle und gesellschaftliche Spaltung zu instrumentalisieren (man denke nur an 9/11). Der große Austausch, das gezielte Verschieben von Massen, diente nicht dem Schutz, sondern der Destabilisierung Europas. Eine gelenkte Opposition von rechts durfte aufbegehren – aber ohne Wucht, ohne Wurzel, ohne Benennung der wahren Urheber. Ein Schauspiel für jene, die wütend sind, aber nicht verstehen sollen, woher der Wind wirklich weht.
Assad warnte: „Ein brennendes Syrien brennt auch in Europa.“ Er behielt recht.
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